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Sonntag, 19. August 2012

Erklärung der Clusteranalyse-Teil 2

Heute möchte ich einen weiteren Artikel über die Clusteranalyse im Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) schreiben.

Im ersten Teil der Clusteranalyse ging es um folgende Punkte:


1.) um eine allgemeine Definition der Clusteranalyse.
2.) Erklärung zu homogenen (Teil-) Mengen
3.) Vorgehensweise: Clusteranalyse mit größerer Dimension
4.) Begriffserklärung: Proximitätsmaß

Zudem findet man im ersten Teil der Clusteranalyse einfach Beispiele, welchen einen Bezug zur Suchmaschinenoptimierung (Keyworddichte, Bounce Rate, Textlänge und Co.) darstellen sollen.

Kommen wir nun aber zum zweiten Teil der mathematischen Clusteranalyse:

In der Clusteranalyse geht es darum, zwischen betrachteten Untersuchungsobjekten Ähnlichkeiten zu finden bzw. Untersuchen, ob es denn überhaupt eine Ähnlichkeit gibt.

Verfahren der Clusteranalyse-Beispiel: Clusteranalyse mit Binärdaten:


Beispiel: Ähnlichkeit zwischen vier verschiedenen Seiten:

Definition Binärdaten:
Daten die immer nur eine Merkmalsausprägung aus zwei möglichen Alternativen annehmen.

Haben wir zum Beispiel die Eigenschaft, dass "eine Seite im auf der ersten 10 Seite im SERP zu finden" ist und die Eigenschaft das die "Seite nicht auf in den ersten 10 Seite im SERP zu finden ist". Dann können wir diese Beobachtung (Zufallsvariable) folgendermaßen formulieren:



0, falls Seite - i nicht zu finden ist.
1, falls Seite - i zu finden ist.

0 steht in der Regel für: nicht (vorhanden), falsch
1 steht in der Regel für: ja (vorhanden), richtig


Ich empfehle hier folgendes Buch um noch mehr Beispiele und Definitionen zu erhalten:
Clusteranalyse: Anwendungsorientierte Einführung in Klassifikationsverfahren



Kommen wir zu unserem Beispiel: Ähnlichkeit vier verschiedenen Webseiten:

Schritt 1:
Wie schon im ersten Teil erklärt worden ist, haben wir an Anfang unserer Analyse eine Menge unterschiedlicher (heterogene) Daten und diese fassen wir in eine Matrix zusammen.
Diese Matrix ist die Rohdatenmatrix:





Wie ihr erkennen könnt, sind die Merkmalsausprägungen mit 0 und 1 angegeben.
0 für nicht vorhanden und 1 für vorhanden (Binäre Datenstruktur)

Schritt 2:
Nun addieren wir die Variablen miteinander.
Und zwar erfolgt die Addition für  jedes Objekt und für jede Variable.



Für  Website A addieren wir also die Variablen:
Ø-Textlänge, Ø-Keyworddichte, Ø-Bounce Rate, Ø-Time on Site, Videos vorhanden und Bilder vorhanden.

Dies Rechnung führen wir dann für alle Webseiten aus.

Danach machen wir die gleich Addition für jede Variable. Für Variable 1 addieren wir:
Website A +  Website B + Website C + Website D.

Schritt 3:
Nun berechnen wir eine Maßzahl für die Ähnlichkeit der Objekte. Dafür verwenden wir eine Ähnlichkeitfunktion.

Um bei unserem Webseiten-Beispiel zu bleiben, erkläre ich wie man für die 4 Objekten und ihren Merkmalsausprägungen den Jaccard-Koeffizienten berechnet:



Thalia.de

Berechnung: Jaccard-Koeffizient:

Wir erstellen uns eine (Excel-) Tabelle mit unseren vier Objekten (siehe oben).
Somit können wir die Webseiten im Vergleich zueinander besser darstellen.

Dann fügen wir in der Diagonalen nur 1-er in der (Excel-) Tabelle ein.

1.) Anschließend vergleichen wir Webseite A (erste Spalte) mit Webseite B (dritte Zeile) und zwar zählen wir wie viele Eigenschaften zwischen Webseite A und Webseite B übereinstimmen:
In unserem Fall in das Ergebnis: 2 ("Keyworddichte" und "Bilder vorhanden")

2.) Nun zählen wir alle Merkmale zwischen Webseite A und B die unterschiedlich sind:
Das Ergebnis ist: 4 ("Textlänge", "Bounce Rate", "Time on Site", "Videos vorhanden")


3.) Diese Ergebnis aus den unterschiedlichen Merkmalsausprägungen der Objekte (Zufallsvariablen) addieren wir mit den Übereinstimmungen:
2 + 4 = 6

4.) Nun können wir den Jaccrad-Koeffizienten berechen:

2/6 = 1/3 = 0,33333; wir teilen also die Anzahl der Übereinstimmungen zwischen Webseite A und Webseite B (siehe 1.)) mit dem Ergebnis aus 3.)

Diese Rechnung führen wir nun für alle Webseiten aus:
A und C , A und D , 
B und C und B und D
C und D.

Was sagen die Zahlen dieser aus diesem Teil der Clusteranalyse über die Ähnlichkeit aus?

wie ihr sehen könnt habe ich in der Diagonalen nur die Zahl 1 eingetragen.
1 steht für eine maximale Ähnlichkeit zwischen zwei Objekten



und deshalb muss in dieser Diagonalen auch jweils eine eins stehen. Denn wenn man die Webseite A mit der Webseite A vergleicht, dann sind diese beiden natürlich identisch. (das gilt natürlich auch für die anderen Webseiten.)
Folge: Jaccard-Koeffizient muss gleich eins sein!

Der maximale Wert des Ähnlichkeitskoeffizienten von Jaccard ist also Eins.
Der minimale Wert von dem Jaccard Koeffizienten liegt bei Null.

Folge: Je unterschiedlicher zwei Seiten sind, um so kleiner ist ihr Jaccard-Koeffizienten Wert.

In unserem Beispiel gibt es die größte Ähnlichkeit zwischen der Webseite A und der Webseite C, sowie für Webseite B und Webseite D.
Jedoch ist die Ähnlichkeit zwischen Webseite A und Webseite B ein "guter", denn im Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung erfüllen sie positive Eigenschaften (niedrige Bounce Rate, Time on Site ist ordentlich, .....)

Dies war ein einfaches binäres Clusteranalysen Beipiel.
Jedoch kann man auch aus solchen kleinen Analysen Ergebnisse erzielen.
Und zwar könnte man beispielsweise in unserem Beispiel das durchschnittliche Ranking der Seiten miteinander Vergleichen.

Das Ergebnis wird sein das Seite A und Webseite C durchschnittliche höher ranken (bei Google) als Webseite B und D. 
(Ihr könnt mir glauben, ich habe hier 4 Nachrichtenportale miteinander verglichen. Eigentlich waren es 20 Nachrichtenportale, aber für meine Blog-Artikel habe ich nur die 4 genommen um es einfach zu halten).

Weiter Clusteranalysen und Beispiele werden folgen!

Hier noch ein Buchtipp von mir:

Mittwoch, 15. August 2012

Definition Clusteranalyse-Data Mining

Bevor ich weiter über die Keywordanalyse oder die Keyworddichte schreibe, möchte ich einen Artikel über die Clusteranalyse schreiben.

Punkt 1: (i) Was ist die Clusteranalyse?
                (ii) Beispiel zu den Begriffen

Punkt 2: (i) Clusteranalyse größerer Dimension-Vorgehensweise
                (ii) Quantifizierung der Ähnlichkeit

Was ist die Clusteranalyse?

Buch zum Theme:
Statistik: Der Weg zur Datenanalyse (Springer-Lehrbuch)

 
(i) Jeder der sich mit Daten beschäftigt solltet diesen Begriff "Clusteranalyse" kennen.  
In der Clusteranalyse geht es darum eine Menge an unterschiedlichen Elementen bzw. Daten, also eine heterogene Menge in mehreren homogenen Teilmengen aufzuteilen.



Dadurch versucht man aus einer großen heterogenen Datenmenge ähnliche Strukturen und gleiche
Merkmale (also zusammenhänge) in homogenen Teilmengen zu finden.


(ii) Kommen wir zu einem Beispiel, um die oberen Begriffe der Clusteranalyse zu veranschaulichen:


Beispiel:

Fall 1: Wir wollen wissen, was dafür sorgt das unsere Videos auf einer Internetplattform oben ranken.
  
Am Anfang einer Datenanalyse, so auch in dieser, hat man immer eine große Menge an unterschiedlichen Daten.
Diese große Datenmenge ist die heterogene Menge. Sie beinhaltet in unserem Beispiel alle Daten, die man zur Videooptimierung bekommen hat:

Likes, Dislikes, Kommentare, Videoqualität, Videolänge, User-Merkmale, uvm


Nun muss man um Rankingfaktoren analysieren zu können homogene Teilmengen bilden.

Homogene Teilmengen bilden:

 

Man kann beispielsweise zwei Geschlechter Gruppen (beides sind unterschiedliche, aber homogene Gruppen- in Bezug auf das Geschlecht) bilden:

männlich- und weiblich Cluser (beides sind nominale Zufallsvariablen

So kann man unter anderem vergleichen, welche der beiden Zufallsvariablen einen größeren Beitrag zu unserem Erfolg leistet.

Der Erfolg könnte sein: 
Verweildauer auf unsere Videos, Clicks auf unsere Werbebanner, verfasste Kommentare, uvm.

Beispiel 2: 
Ein weiteres Beispiel zur Bildung von homogenen Mengen ist es, die verschiedenen Keywords nach ihrem Suchvolumen zu clustern (Gruppen bilden):

Cluster 1: 0-500
Cluster 2: 500-1000
Cluster 3: 1000-3000
Cluster 4: 3000-10000

So befinden sich in Cluster 1 alle Videos, die ein Suchvolumen zwischen 0-500 haben.
In Cluster 2 alle Videos, die ein Suchvolumen zwischen 500-1000 haben. usw.

Zu jedem dieser Suchvolumen-Cluster kann man nun schauen wie wir performen. Die dazu abhängigen Faktoren könnten sein:

Ranking, Views per Week, CTR, uvm.

Für die Suchmaschinenoptimierung und somit unter anderem auch für unsere Keywordauswahl ist die Clusteranalyse sehr nützlich.

Wir haben bis jetzt sehr einfach "Clustersysteme" beobachte.
Um besser Aussagen und vor allem genauere Analysen treffen zu können, müssen wir die Komplexität erhöhen.
Mathematisch gesehen erweitern wir die Dimension des Vektorraumes.


Thalia.de

Punkt 2: Clusteranalyse höherer Dimension-Vorgehensweise


Fangen wir also wieder von vorne an:

Schritt 1: Homogene Teilmengen bilden
Wir bestimmen Ähnlichkeiten aus unserer großen heterogenen Datenmenge, um unsere Elemente zu sortieren bzw. um Cluster zu bilden (Daten mit ähnlichen Merkmalsausprägungen).

Die heterogene Datenmenge wird in der Mathematik "Rohdatenmatrix" genannt. Sie beinhaltet k Objekte.

Zum Beispiel: Branche, Websites, Produkte

Diese Objekte (Zufallsvariablen) werden nun durch weitere i-Variablen beschrieben.
Diese i-Variablen (Merkmalsausprägungen) werden als Vektoren aufgefasst und bilden somit die Dimension des Vektorraumes.

Beispiel:
Als Beispiel können wir als Objekte drei verschiedene Webseiten betrachten mit jeweils verschiedenen Variablen:
Textlänge, Keyworddichte und die Bounce Rate

Unsere Rohdatenmatrix bzw. unsere Vektoren sehen dann wie folgt aus:





Wir müssen nun versuchen Ähnlichkeiten unter den Werten zu finden. Dieser Schritt nennt sich auch die Quantifizierung der Ähnlichkeit.

Quantifizierung der Ähnlichkeit-Clusteranalyse

Um bei einer Clusteranalyse zu zeigen, dass Objekte ähnlich (oder unähnlich) sind, verwendet man Proximitätsmaße.
Jedoch muss man je nach Skalenniveau (nominale-, ordinale-, kardinale Zufallsvariablen) zwischen zwei Proximitätsmaßen unterschieden:

Zwei Proximitätsmaße-Unterscheidung:

Ähnlichkeitsmaße, diese geben zwischen zwei Objekten die Ähnlichkeit an. Hierbei gilt: je höher das Maß ist, desto ähnlicher sind sich die Objekte.

Distanzmaße zeigen bei zwei Objekten die Nicht-Ähnlichkeit an. Auch hier gilt: Je höher der Wert ist, um so unähnlicher sind sich die Objekte. Die Unähnlichkeitswerte werden auch Distanzwerte genannt.


Euklidischer Abstand

Bei zwei Vektoren sind sich zwei Objekte um so ähnlicher je näher die Differenz der Distanz bei Null liegt!

Zu weiteren Beispielen und weiteren Erklärung gibt es bald mehr!






Hier geht es zum zweiten Teil der Clusteranalyse: <Klick-it>



Keine Angst ich werde verschiedene Arten der Clusteranalyse mit mehreren Beispielen komplett erklären!
Und bleibt dran! 
Denn ihr werdet mit Hilfe der Clusteranalyse neue SEO Ansätze bekommen, um unter anderem neue Keywords für eure Webseite bzw. Blog zu finden.

Hier aber erst mal noch zwei Buchtipps von mir:

Freitag, 3. August 2012

Bounce Rate-weitere Analyse der Bounce Rate


Gestern habe ich schon einen Artikel über die Bounce Rate geschrieben. Dabei ging es mehr um die zwei verschiedenen Definitionen.
Heute möchte ich noch ein wenig genauer auf die Bounce Rate eingehen.

Wie im vorherigen Artikel schon erwähnt wird, gibt es zwei Definitionen der Bounce Rate:

1. Definition:
Prozentualer Anteil der User die nach einem einzigen Seitenaufruf die Seite wieder verlassen (die Verweildauer spielt dabei keine Rolle)

2. Definition:
Prozentualer Anteil der User, die während einer Zeitspanne die Webseite wieder verlassen. Dabei spielt die Anzahl der Seitenaufrufe keine Rolle.


Welche der beiden Definitione der Bounce Rate wird aber von Google Analytics erfasst?

Google Analytics misst "nur" die Bounce Rate, welche in der ersten Definition erklärt worden ist.
Das heißt die Verweildauer, also die Zeit die jeder User auf einer Seite verbringt spielt für Google Analytics erst mal keine Rolle.

Mathematische lautet die Formel:

Bounce Rate = (Seitenbesucher mit nur einem Seitenaufruf / alle Seitenaufrufe) *100

Was ist aber hierbei das Problem?

Die Antwort ist wohl jedem klar! Google Analytics unterscheidet nicht, ob ein User 5 Sekunden, 15 Sekunden, oder 20 Minuten auf einer einzelnen Seite war und diese wieder verlässt. Das heißt, egal wie lange die User sich auf einer Seite sich aufgehalten haben, wenn sie die Webseite nach einem einzigen Seitenaufruf wieder verlassen, dann zählen sie zur Bounce Rate.


Wie können wir die Analyse der Bounce Rate verbessern?

Um die Analyse der Bounce Rate zu verbessern zeichnen wir uns erst mal ein Schaubild:

Das heißt, wir wollen unterscheiden welche User länger als 15 Sekunden auf unserer Seite waren. Ihr könnt auch 30 Sekunden als Zeitperiode euch auswählen.

Um das mit Google Analytics unterscheiden zu können, müssen wir folgenden Code in den Google Analytics Tracking Code mit einbauen.


setTimeout('_gaq.push([\'_trackEvent\', \'NoBounce\', \'Over 15 seconds\'])',15000);

Baut diesen Codeteil bitte vor dem Codeteil (function() {......} ein!

Wenn ihr 30 Sekunden als Zeitperiode wollt, dann verwendet einfach diesen Codeteil:

setTimeout('_gaq.push([\'_trackEvent\', \'NoBounce\', \'Over 15 seconds\'])',15000);

Nun werden tatsächlich die Seiten als Bounce Rate gemessen, die eine Verweildauer von weniger als 15 bzw. 30 Sekunden haben.

Nennen wir nun den linken Pfad des Bounce Rate Schaubilds „Bounce-Rate-L“ und den rechten Pfad nennen wir „Bounce-Rate-M“ (L steht für less; M für more).

Die Seiten die zu Bounce-Rate-M gehören müsst ihr euch nun genauer anschauen. Für all diese Seiten müsst ihr versuchen die durchschnittliche Verweildauer (Ø-Time on Site) zu erhöhen.

Dazu meldet ihr euch bei Google Analytics an und geht auf „Content“ dann auf „Webseiten-Content“. Hier bekommt ihr alle Daten zu der Bounce Rate, sowie durchschnittlichen Verweildauer. 





Diese Daten könnt ihr euch runterladen und in einer Excel Tabelle öffnen.
Dazu müsst ihr nur bei Google Analytics oben auf Export klicken und "CSV" auswählen.

 

Baut euch nun mit Hilfe der Filterfunktion von Excel einen Filter ein und sortiert die Daten nach der Größe der Bounce Rate.
Nun könnt ihr genau sehen, wie die einzelnen Seiten performen. Also wie hoch die Bounce Rate zusammen mit der Verweildauer pro Seite ist (für jede einzelne Seite).


Also wenn ihr das nächste mal zu einer SEO Agentur gehen möchtet, checkt erst eure Bounce-Rate-M. Denn wenn die Bounce-Rate-M einen hohen Wert besitzt, dann liegt die evtl. schlechte Visibilty im Google SERP nicht an dem Wert der Bounce Rate.